Vor einiger Zeit war die Klasse 8a gemeinsam mit der 8a+ mit ihren Lehrerinnen Frau Mutlu, Frau Timmerhues, Frau Hüttenrauch sowie in Begleitung von Frau Schneider zu einem Ausflug ins Technoseum aufgebrochen.

Wir hatten den Besuch zum Thema „Industrialisierung und soziale Frage“ im Geschichtsunterricht vorbereitet. 

Nach einer Fahrt mit der Straßenbahn sind wir schließlich am Museum angekommen, wo wir bis zu dessen Öffnung eine kurze Pause einlegen konnten, bevor wir unser Gepäck eingeschlossen haben und die Tour beginnen konnte. 

Zuallererst haben wir uns ein Modell der Stadt Frankfurt aus der Zeit vor der Industrialisierung angesehen und über deren Leben und bestimmte Begriffe diskutiert. Wir wurden z.B. über die Zuchthäuser von damals aufgeklärt und darüber, dass viele gesellschaftlichen Randgruppen (Verbrecher, aber teilweise auch Obdachlose und unmotivierte junge Arbeiter) dort eingewiesen wurden, um ihnen Arbeit und Disziplin beizubringen. 

Doch erstmal zurück in das moderne Zeitalter, in dem wir uns gerade befinden: Bei den Fahrrädern haben wir ein paar Fun- und nicht-so-Fun-Facts erzählt bekommen: Das erste Fahrrad, welches eigentlich ein Laufrad war und welches von Karl von Drais erfunden worden war, besaß keine Pedale und auch keine Halterung für Körbe, sondern nur einen Lenker, der zudem keinen richtigen Griff hatte. Da es eine neue Erfindung war, durfte man damals damit nur auf dem Bürgersteig laufen. Kurze Zeit später wurde das Fahrrad aufgrund von vielen Unfällen bereits wieder verboten, weil die Menschen nicht wirklich wussten, wie man diese neue Erfindung betätigt. Dazu wurde Drais für seine Erfindung ausgelacht und verachtet, ebenso wie die Frauen, diese fuhren. Man sagte sogar, dass die Frauen, die Fahrrad fuhren krank seien. Aber die Erfindung von Karl von Drais hatte auch Vorteile: (bis dahin bei Frauen zutiefst verachteten) Hosen wurden mit der Zeit auch für Frauen zulässig und schrittweise sogar zu einem Modetrend. Da das Fahrrad ursprünglich nur für reiche, junge Männer gedacht war, meinen manche Experten (aber nicht alle), dies habe den Anfang der weltweiten Frauenrevolution bewirkt.

Nach dem informativen Teil durften wir selbst ein paar Runden mit einem der Laufräder laufen, bevor es bei der Textilindustrie weiterging.

Dabei haben wir uns die Weberei Stör angeschaut, welche ein Familiengeschäft war und in den 1870ern gegründet worden war. Während wir über die verschiedenen Maschinen und die Wasserwelle (der Hauptantrieb, welcher über Leder angetrieben wurde) staunen durften, wurden uns über den schweren Arbeitstag erzählt: 12 bis 20 Stunden am Tag, immense Gefahren (wie z.B. das Zerreißen eines Lederriemens, welches zum Abhaken der Finger führen konnte) sowie eine unglaublich laute Geräuschkulisse, die oftmals sogar zu Taubheit führte. Für die Verletzten gab es weder Versicherung noch Geld.

Die extremen Arbeitszeiten und nebenbei noch Schule – das funktionierte nicht, denn die Kinder waren so müde, dass sie im Unterricht nicht mehr aufpassen konnten. Zudem gab es viele Unfälle und man stellte einen negativen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder fest. Daher wurde Kinderarbeit z.B. in Preußen noch während der Industrialisierung verboten.

Schließlich sind wir zu den modernen Fahrzeugen gelangt und uns wurde die Geschichte vom ersten Auto, der Autoherstellung und -entwicklung vom Anfang bis heute erzählt, während sie uns an den verschiedenen Modellen demonstriert wurde. 

Nach dem offiziellen Ende der Führung wurde uns noch Zeit zur Verfügung gestellt, in der wir das Technoseum in Kleingruppen erkunden durften oder zunächst eine kleine Pause einlegen konnten. Gleichzeitig bestand das Angebot einer 20-minütigen Fahrt mit der original württembergischen T-3 Tenderlokomotive (gebaut im Jahr 1896), welches einige von uns mit großer Begeisterung in Anspruch nahmen. 

Letztlich verging die Zeit viel zu schnell und wir mussten uns eine Weile später wieder vom Technoseum verabschieden und die Rückfahrt zur Schule antreten.

Ich persönlich, habe es als eine sehr spaßige und lehrreiche Aktion empfunden, welche einen aufregenden Kontrast zum normalen Schulalltag bildete und ich spreche hiermit auch im Namen meiner Klasse, wenn ich behaupte, die Exkursion ist jeden Moment Wert gewesen. 

Artikel von Maria Muresan, 8a. 

Bilder von Elias Streib, 8a